Etwas mehr als ein Jahr ist die Regierung unter Premier Thongloun Sisoulith nun im Amt und wird allenthalben gelobt für ihr Vorgehen gegen eine Reihe von Missständen. So wurde der Kampf gegen illegalen Holzeinschlag und -handel von der schreibtischverhafteten Deklaration zu praktischen Handeln vorangebracht, erscheinen Meldungen über Korruption und Amtsmissbrauch in den Medien. Die obersten Würdenträger des Landes fahren statt in deutschen Luxuslimousinen aus Stuttgart und München nun in preiswerteren japanischen Karossen. Und ein von Vorgängerregierungen mit großer Vehemenz unterstütztes Projekt wurde tatsächlich begonnen: der Bau der Eisenbahnlinie von der chinesischen Grenze bis zur laotischen Hauptstadt Vientiane.
Doch die Probleme bleiben. Auch nach einem Amtsjahr tritt die Regierung mit unzureichenden Haushaltseinnahmen vor das Parlament. Da wird es schon als Fortschritt gepriesen, dass die im ersten Quartal des neuen Haushaltsjahres erreichten Einnahmen von 18,5% des Jahresplanes ein Fortschritt gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum darstellen. Nicht erwähnt wird dabei, dass in der Zwischenzeit auch die Einnahmeziele nach unten korrigiert worden waren.
Der Bau von Energieerzeugern geht weiter voran und auch die Einnahmen aus dem Export von Elektroenergie steigen sprunghaft. Doch die Diskussionen um mögliche Umweltfolgen der Wasserkraftwerke entlang des Mekong begleiten auch das nunmehr dritte Projekt am Hauptstrom in Pak Beng. Unverständlich ruhig bleiben die Kritiker dagegen beim jüngsten and Netz gegangenen Kraftwerk: dem Braunkohlemeiler von Hongsa. Er passt in keiner Hinsicht ins gern gezeichnete Bild von der grünen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Politik der Regierung.