Das Jahr 2019 geht dem Ende zu, unausweichlich und in rasanter Geschwindigkeit. Gewöhnlich der Zeitpunkt für Rückblicke der verschiedensten Arten. Jedes medium, das etwas auf sich hält, wälzt sich gedankenschwer oder leichtfüßig durch die Ereignisse der zurückliegenden 12 Monate. Was hat das Jahr gebracht, was ist es schuldig geblieben? Betrachtet man Politik oder Finanzen, fällt das Resumé eher verhalten aus, eher geeignet, die weihnachtliche Stimmung nachhaltig zu trüben. Gesundheitlich  ging es trotz einiger Kapriolen ganz gut. Das Wetter dagegen macht eh immer mehr, was die Menschheit damit anstellt.

Bleibt also der Blick in den Garten. Auch ohne grünen Daumen ist einiges gewachsen. Der Stammleser erinnert sich gewiss der hier dargestellten Gewächse.  Die Avocados wuchsen auch im 13. Jahr in gewohnt guter Manier. Von den Mangos haben wir – wie so oft – kaum etwas geschmeckt, da kaum eine Frucht bis zur Reife kam. Die Mitmenschen verspeisen sie mit Vorliebe unreif mit Salz und Chili. Saures essen nennt sich das. Meinen etwas anders gelagerten Bedarf an Saurem konnten die wenigen Graviolas auch dieses mal nicht decken. Dafür haben wir ein paar Liter blitzblauen Schmetterlingsblütentee getrunken und den seit 20 Jahren ausstehenden Beweis erbracht, Afzelia xylocarpa aus Samen ziehen zu können. Doch der Kaffee blüht noch immer nicht.

frisch geernteter Kakao

frisch geernteter Kakao

Fermentierung

Fermentierung in Bananenblättern

Immerhin brachte das Jahr die erste bescheidene Kakaoernte. Den größten Teil der Früchte haben wir roh verzehrt und die Kerne zwecks Vermehrung in den Sand gesteckt. Aber ein paar von den Dingern musste ich doch auf den vergleichsweise komplizierten Produktionsprozess schicken. Inzwischen sind sie schon auf Stufe 3 der Verarbeitung. Das ist nach Ernte und Fermentierung die Trocknung. Hier an frischer Luft und reichlich Sonne. Da wissen die Kerne ja noch nicht, was ihnen noch alles bevorsteht: Rösten, Schälen, Mahlen undsoweiter.

neuPünktlich zum Jahresende gibt der alleinstehende Kakaobaum einen kleinen Hinweis, dass auch im neuen Jahr mit ihm zu rechnen sein wird. Mal sehen, ob aus den winzigen Ansätzen auch 2020 ansehnliche Kakaoschoten werden.

 

Doch der Kaffee blüht noch immer nicht.