Schon mal was von Permakultur gehört? Das ist, als ob man den Garten von selbst machen lässt und trotzdem reichlich erntet. Nun gut, nicht ganz von selbst. Ein wenig ordnend greift der Gärtner schon ein. Indem er Zonen anlegt, Gilden bildet und vor allem liest, probiert, manchmal auch gärtnert aber vor allem lernt. Da lernt man zum Beispiel von einem anderen Klassiker, nämlich der Kombination von Möhren und Zwiebeln, den drei Schwestern Mais, Kürbis und Bohnen und auch, dass Bohnen und Knoblauch eher nicht miteinander können. Nun reicht mein Grundstück mal mit Mühe für zwei der fünf Zonen. Aber da bleibt der Ausweg wie bei Vatern: der Garten ist nicht groß, dafür aber sehr hoch.

Wobei die Höhe leider nur bedingt nutzbar ist. Kam ein sturmdurchtränktes Unwetter daher, das bei den Meteorologen bei Temperaturen unter 30 Grad eigenartigerweise den Titel Hitzegewitter trägt, und riss der so fotogenen Palme (Roystonea regia ?) gleich zwei Wedel aus der Krone und ließ sie gegen die Glastür krachen. Aber auch sonst ist die Höhe Anlass für Bedenken. Beim Nachbarn.

Baum an Mauer

Bäume an der Mauer

Nachdem über die Grundstücksgrenze ragende Äste mit einem radikalen Schnitt beseitigt und die zwei betroffenen Bäume – ein Mango- (Mangifera indica) und ein Milchfruchtbaum (Chrysophyllum cainito) vom grenzüberschreitenden Wachstum abgehalten wurden, waren vom Winde verwehte Blätter Grund für weitere Schnittforderungen. Als schließlich gar eine grüne Schlange auf Nachbars Grundstück entdeckt wurde, machte der Mann den Mangobaum dafür verantwortlich und forderte die komplette Beseitigung des Gehölzes. Das widerspricht natürlich den Vorschlägen zur Höhenaufteilung bei Permakultur. Der wahrheit halber sei hinzugefügt, dass speziell an diesem Standort die unteren Wuchsetagen nicht sonderlich ausgeprägt sind, wird der schattige Platz doch vor allem zum Abstellen von Motorrädern genutzt. Egal wie, der Baum bliebt stehen. Denn kommt er weg, höre ich schon die Forderungen der Motorradbesitzerinnen nach einem Sonnendach. So würde das nie was mit der Permakultur.